Carl Marschütz (Teil 3)

Carl Marschütz im Jahr 1926, im Alter von 63 Jahren. Bildausschnitt aus einem Familienfoto.

Foto aus: Johann Fleischmann: Mesusa 9, Carl Marschütz aus Burghaslach, Gründer der Nürnberger Hercules-Werke, S. 158.

Dort der Hinweis: Das Bild stammt von John L. Frankel.

John L. Frankel (1916-2010) war der Sohn von Theodor Fraenkel und Anna, geb. Marschütz, der jüngsten Schwester von Carl Marschütz.

In einer Hercules-Firmenschrift von 1920 mit dem Titel DAS FAHRRAD

findet man diesen Rückblick auf die Entwicklung des Fahrrads bis 1914:

Das Fahrrad - Hercules, 1920
aus: www.velopedia.online

“Die starke Verbreitung des Fahrrades begann in den 90er Jahren und erreichte ihren Höhepunkt etwa vor dem Weltkrieg 1914.

Das Fahrrad wurde zu den verschiedensten Zwecken verwendet, und zwar als leichtes und bequemes Fortbewegungsmittel

zu Touren aller Art, als Nutz-Rad zum beschleunigten Verkehr in den Städten und auf dem Land und als Instrument zu

olympischen Sportarten; seiner Einfügung in den Straßenverkehr der Städte wurden anfänglich allerlei Schwierigkeiten bereitet;

man erinnert sich noch heute lächelnd des Nummernzwanges, * der vorherigen Probefahrten und der überängstlichen Überwachung

des Fahrrad-Verkehrs. Diese Maßnahmen haben die starke Verbreitung des Fahrrades nicht verhindern können und dies ist

nach jeder Richtung erklärlich.”

 * weitere Informationen zum Nummernzwang gibt es in diesem Post:

Bis 1920 hatte das Firmengelände an der Fürther Straße 191 eine Menge baulicher Veränderungen erfahren.

Ansicht der Hercules-Werke ca. 1920 (aus der Firmenschrift von 1920)

Ende der 1920er Jahre begann die Blütezeit des Motorradbaus bei Hercules, aber dazu gibt es genügend Literatur.

1931 wechselte Carl Marschütz vom Vorstand in den Aufsichtsrat seines Unternehmens. Fritz Marschütz (Carls Sohn)

und Ernst Marschütz (der Sohn von Carls Bruder Heinrich) leiteten nun die Firma als Vorstände.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden die Hercules-Werke 1938 arisiert.

Carl Marschütz emigrierte 1941 in die USA, wo er bei seinen schon vor ihm ausgewanderten Kindern

in Los Angeles lebte. Am 19. April 1957 verstarb Carl Marschütz im Alter von 94 Jahren.

Seine Urne wurde auf dem jüdischen Friedhof in Nürnberg beigesetzt.

Marschütz - Grabstein (2)
Grabstein von Adele und Carl Marschütz auf dem jüdischen Friedhof in Nürnberg. Foto: Peter Ullein (2015)

Mehr zu Carl Marschütz in meinem im Juli 2018 erschienenen Buch:

Von der “Velocipedfabrik Carl Marschütz & Co.” zur “Nürnberger Hercules-Werke AG”

Die ersten zwanzig Jahre von 1886 bis 1905. 

Preis: € 25,- zuzüglich Versandkosten

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